ÜBER DAS FESTIVAL

Porno. Verfügbar auf Knopfdruck und wenn du durchs Internet surfst, ist die Möglichkeit, dass du darüber stolperst oder es womöglich regelmäßig schaust, sehr hoch. Außerhalb des akademischen Rahmens gibt es einen deutlichen Mangel an öffentlichen Räumen, wo Pornographie geschaut, diskutiert, kritisiert oder als Werkzeug genutzt werden kann, um sexuelle Freiheit und Diversität in all ihren Formen, Farben und Größen zu verteidigen.

Lange Zeit hatte Mainstream-Porno wenig mit authentischer Sexualität zu tun. Im besten Fall war es Hochleistungssport und im schlimmsten Fall unmenschlich und ausbeuterisch. Was ist die Lösung? In den Worten der feministischen Sexualpädagogin,- und theoretikerin Annie Sprinkle: „Die Antwort auf schlechte Pornos ist nicht, keine Pornos zu drehen…, sondern zu versuchen, bessere Pornos zu machen!“.

In den Jahren 2014 bis 2016 hat das Transition Queer Minorities Film Festival Wien in Kooperation mit dem Pornfilmfestival Berlin Porno Screenings gehostet, die immer sehr schnell ausverkauft waren. Dadurch wurde deutlich, dass es eine Nachfrage für expliziten Sex gibt, der Individuen ermächtigt ihre eigenen Entscheidungen und Wahlen frei von sozialem Stigma zu treffen. Aus diesem Grund hat der Gründer und Festivalleiter von Transition, Yavuz Kurtulmus, sich dazu entschieden, Österreichs einziges Festival zu gründen, das sich mit Sexualität, Politik, Feminismus und Genderthemen beschäftigt. Das Porn Film Festival Vienna ist geboren, um aktiv die enge Definition von Porno herauszufordern und es als Kunstform wertzuschätzen, die fähig ist, die patriarchalen Machtstrukturen zu hinterfragen, die unseren sexuellen Ausdruck limitieren.

 

Was erwartet Dich?

Die erste Version des Festivals findet von 1. bis 4. März 2018 an sieben unterschiedlichen Locations statt: Schikaneder Kino, Top Kino, Filmcasino, Fortuna Kino, Schwelle7, Heuer am Karlsplatz und im Camera Club. Mit über 40 Veranstaltungen, wie Filmscreenings, Diskussionen, Workshops und Partys, an vier Tagen, wird das Porn Film Festival definitiv für Aufsehen in der Stadt sorgen – und wir haben viel zu bieten für unser Publikum.

Wir eröffnen das Festival mit dem Film Pieles von Eduardo Casanova, welcher uns in strahlenden und bunten Farben eine Geschichte über physische Schönheit, Hässlichkeit und die Unfähigkeit der Gesellschaft, Unterschiede zu tolerieren, erzählt. Wir begeben uns auf eine Reise in die Vergangenheit mit den Austrian Porn & Retrospective Shorts und Filmen aus den Jahren 1906 bis 2017, sowie auch in die Zukunft dank unserer Virtual Reality Porno Lounge. Die wunderbare Zusammenarbeit mit unseren Partner*innen vom Pornfilmfestival Berlin ermöglicht uns die Lieblingsfilme der letzten zehn Jahre von PornBerlin im Rahmen zweier Kurzfilmprogramme, Lieblingsfilme 1 und 2, zu präsentieren. Die Diskussion Undersexed and Underfucked beschäftigt sich mit dem Thema der Pornosucht. In der Ausstellung Your Body? Landscapes of Desire betrachten wir den Körper durch eine post-pornotopische Linse. Das Festival wird mit dem Film Fluido von Shu Lea Cheang abschließen, einer Queer-Cyberpunk-Porno-Dystopie, die im Jahr 2060 stattfindet und in der Körperflüssigkeiten mancher Individuen, die neue Superdroge des 21. Jahrhunderts bilden.

Das Porn Film Festival lässt die Grenzen zwischen Kunst und Sex verwischen, um eine Art des Filmemachens zu fördern, welche die wenigsten von uns bisher gesehen haben und führt uns zu der Frage:

“What is Porn?”

 

Days
:
Hours
:
Minutes
:
Seconds